»Zwischen den Ausläufern des sächsischen Erzgebirges,  da, wo das berühmte Zwickauer und Würschnitzer Kohlenbecken sich bis in die Nähe von Chemnitz zieht, liegen am nördlichen Rande desselben die beiden Schwes-terstädte Hohenstein und Ernstthal, welche dem freundlichen Leser ihres Gewerbfleißes wegen gewiß bekannt sein werden. Besonders ist es Ernstthal, dessen Weberei schon vor langen Zeiten sich eines weitgehenden Rufes erfreute und für seine Waaren nicht blos in Deutschland und den angrenzenden Ländern, sondern auch über die See hinüber ein weites Absatzgebiet fand«, – so beginnt Karl Mays Frühwerk ›Die Rose von Ernstthal‹ (1874).
 

Die beiden Schwesterstädte Hohenstein und Ernstthal wurden bekanntlich noch zu seinen Lebzeiten vereinigt. Die Stadt steht zur ihrer Geschichte, Tradition spielt eine große Rolle: Im Textil- und Rennsportmuseum findet man den Webstuhl wieder, und in dem Besucherbergwerk St. Lampertus kann man sich ›Unter Tage‹ in die Vergangenheit der Bergleute begeben oder die Ausstellung im Huthaus besichtigen. Der Ortsteilname ›Hüttengrund‹ sagt uns, dass hier einst ›verhüttet‹, kostbare Erze verarbeitet wurden.


Als Karl May 1875 seine »Blätter zur Unterhaltung und Belehrung Berg – Hütten – und Maschinenarbeiter« Schacht und Hütte gründete, mag er hierbei auch an seine Heimat gedacht haben. Titel und Titelkopf symbolisieren noch heute die Gegebenheiten in Hohenstein-Ernstthal. Was lag deshalb näher, als die Rundbriefe des Fördervereins ›Silberbüchse‹ im Gewand von Mays Zeitschriftenschöpfung ›Schacht und Hütte‹ zu veröffentlichen?

Von 2012 bis 2015 erschien in sechs Ausgaben der von mir gestaltete Vereinsrundbrief ›Schacht und Hütte‹ als Reminiszenz an Karl Mays redaktionelles Wirken.